Wassernutzung: Alle sollen gewinnen

Erschienen in: bild der wissenschaft plus „Wasser Wissen“ Juli 2012 

Sozialwissenschaftler helfen, wenn Nationen wegen grenzüberschreitender Flüsse im Clinch liegen oder wenn es innerstaatlichen Streit um gerechte Wassernutzung gibt.

ES BEGINNT MITTEN in Jerusalem, führt in östlicher Richtung in einer Schlucht inmitten der Judäischen Wüste bergab und endet nach rund 25 Kilometern am Toten Meer: das Kidron-Tal, von den Palästinensern Wadi Nar genannt. „Als ich 1993 zum ersten Mal nach Israel kam, habe ich überlegt, durchzuwandern — bei den Israelis war es vor der ersten Intifada 1987 für Wandertouren sehr beliebt“, erinnert sich Ines Dombrowsky vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Bonn. Das Kidron-Becken gehört größtenteils zum Westjordanland und erstreckt sich heute über drei Zonen — A, B und C benannt — , in denen die Palästinensische Autonomiebehörde und das israelische Militär jeweils unterschiedliche Befugnisse haben.

Abwasser aus Jerusalem

Doch es ist nicht nur die Sicherheitslage, die von einer Wanderung durch das Kidron-Tal abschreckt. Ungeklärtes Abwasser fließt in einem offenen Rinnsal hindurch — rund neun Millionen Kubikmeter jährlich. Es stammt überwiegend aus dem östlichen Teil von Jerusalem, in dem 165 000 Israelis und Palästinenser leben.

„Das Abwasser stinkt abscheulich und birgt sowohl hygienische als auch ökologische Bedrohungen, einschließlich der Verschmutzung des Grundwassers und des Toten Meeres“, beklagt Eyal Hareuveni von B‘teselem, einer israelischen Menschenrechtsorganisation. Für Abdelrahman Tamimi, Experte der Palestinian Hydrology Group für Wasser und Umweltressourcen, ist der Gestank nicht einmal das Schlimmste: „Weil es keine Kläranlage gibt, wird Wasser verschwendet, das ansonsten in dieser sehr trockenen Region genutzt werden könnte.“

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